Taftstoffe



Taft – edler Stoff mit Stand und dezentem Glanz

Taft ist ein eleganter Stoff mit feinem Glanz und charakteristischem Stand. Die glatte Oberfläche reflektiert das Licht auf dezente Weise und verleiht Kleidungsstücken eine festliche Ausstrahlung, während die formstabile Struktur Schnitte, Falten und Drapierungen besonders gut zur Geltung bringt. Je nach Ausführung reicht das Spektrum von leichtem Futtertaft für Bekleidung bis hin zu dekorativem Crash Taft mit markanter Struktur. Seine besondere Kombination aus Leichtigkeit, Stand und dezentem Schimmer macht Taft zu einem beliebten Material für festliche und hochwertige Nähprojekte.

Taftstoff – Qualitäten

Futtertaft – leicht & gleitfähig
Futtertaft ist die leichtere und weichere Variante des Tafts. Als Futterstoff für Jacken, Mäntel, Röcke oder Kleider sorgt er für angenehmen Tragekomfort und ein sauberes Innenleben von Kleidungsstücken.

Crash Taft – strukturreich & dekorativ
Crash Taft zeichnet sich durch seine bewusst eingearbeitete Knitteroptik aus. Die lebendige Struktur verleiht dem Stoff einen individuellen Charakter und macht ihn zu einer beliebten Wahl für festliche Bekleidung, Dekorationen und kreative Projekte mit besonderer Optik.

Top-Eigenschaften von Taftstoff

Dezent glänzend
Die glatte Oberfläche reflektiert das Licht und verleiht dem Stoff eine elegante Ausstrahlung.

Charakteristische Struktur
Die feine Leinwandbindung sorgt für eine glatte Oberfläche mit typischer Taft-Optik.

Formstabil & standfest
Taft besitzt viel Stand und eignet sich hervorragend für voluminöse oder strukturierte Schnitte.

Leicht & fest zugleich
Trotz seines vergleichsweise geringen Gewichts wirkt Taft stabil und formgebend.

Festlich & elegantDer Stoff wird besonders häufig für festliche Bekleidung, Abendmode oder besondere Anlässe verwendet.

Passende Alternativen zu Taftstoff

Taft überzeugt durch seinen charakteristischen Stand und den dezenten Glanz. Aber je nach Projekt kann auch ein anderer Stoff die bessere Wahl sein – etwa wenn ein weicherer Fall, mehr Transparenz oder ein stärkerer Glanzeffekt gewünscht ist.

Alternative & Kombistoff Satin: Satin fällt weicher und fließender als Taft und besitzt meist einen stärkeren Glanz. Als Alternative eignet er sich für elegante Kleidung mit weicheren Silhouetten. In Kombination mit Taft entstehen spannende Kontraste zwischen fließenden und formstabilen Stoffpartien.
Entdecke Satin

Alternative Organza – transparenter & leichter: Organza besitzt ebenfalls Stand, wirkt jedoch wesentlich leichter und transparenter als Taft. Der Stoff wird häufig für Überlagen, Schleifen oder dekorative Details verwendet.
Entdecke Organza

Alternative Tüll – luftiger & verspielter: Tüll verleiht Projekten Volumen, ohne dabei schwer zu wirken. Besonders bei Brautmode, Röcken oder dekorativen Akzenten wird er häufig als Alternative oder Ergänzung zu Taft eingesetzt.
Entdecke Tüll

Crash Taft eignet sich für festliche Kleider, Röcke oder besondere Anlässe. Die lebendige Struktur verleiht jedem Design eine elegante, individuelle Note
Nice to know

Wusstest du, dass das typische Rascheln von Taft als „Taftgeräusch“ bekannt ist? Die feine Leinwandbindung und die glatte Oberfläche sorgen dafür, dass der Stoff bei Bewegung leise raschelt – ein Merkmal, das Taft seit Jahrhunderten seinen besonderen Charakter verleiht.

Allg. Pflegehinweise
  • Waschen: Futtertaft ist oft bei 30 °C im Schonwaschgang waschbar. Crash Taft möglichst schonend behandeln und Herstellerangaben beachten.
  • Trocknen: An der Luft trocknen lassen.
  • Bügeln: Futtertaft bei niedriger Temperatur von links bügeln. Crash Taft möglichst nicht oder nur sehr vorsichtig bügeln (wegen der Knitteroptik).
Taftstoff richtig verarbeiten – Schritt für Schritt
Zuschnitt

1. Stoff vorbereiten

Taft vor dem Zuschnitt sorgfältig glatt auslegen und gegebenenfalls von links bei niedriger Temperatur bügeln. Bei Crash Taft die charakteristische Struktur nicht herausbügeln.

2. Markieren & Fixieren

Schnittteile möglichst mit Stoffgewichten oder feinen Stoffklammern fixieren. Stecknadeln können bei empfindlichen Taftqualitäten sichtbare Spuren hinterlassen.

3. Stoff schneiden

Mit einer scharfen Stoffschere oder einem Rollschneider zuschneiden. Da Taft leicht verrutschen kann, sollte der Stoff möglichst flach aufliegen und während des Zuschnitts nicht angehoben werden.

Nähtipps

Nadelwahl: Für Taft eignen sich feine Universal- oder Microtexnadeln in Stärke 70–80. Universalnadeln

Garnempfehlung: Feines Polyestergarn sorgt für saubere Nähte und eine unauffällige Verarbeitung. Polyester-Nähgarn

Stichwahl & Verarbeitung: Ein Geradstich mit einer Stichlänge von etwa 2–2,5 mm hat sich bei Taft besonders bewährt.

Sorgfältig arbeiten:Taft reagiert empfindlich auf Fehlstiche und aufgetrennte Nähte. Deshalb möglichst präzise arbeiten und unnötiges Auftrennen vermeiden.

Nahtproben nutzen: Vor allem bei Futtertaft und Crash Taft empfiehlt sich eine kurze Nahtprobe, um Nadel, Fadenspannung und Stichbild optimal auf die jeweilige Stoffqualität abzustimmen.

Darum ist Taftstoff eine gute Wahl

  • Für festliche Mode: Der dezente Glanz verleiht Kleidern, Röcken und besonderen Nähprojekten eine elegante Ausstrahlung.
  • Für formstabile Schnitte: Taft besitzt viel Stand und eignet sich hervorragend für Falten, Drapierungen und voluminöse Silhouetten.
  • Für unterschiedliche Einsatzbereiche: Von leichtem Futtertaft bis hin zu dekorativem Crash Taft bietet das Material vielseitige Möglichkeiten.
  • Für besondere Details: Die charakteristische Oberfläche, das feine Rascheln und die edle Optik verleihen Projekten einen unverwechselbaren Charakter.

Häufig gestellte Fragen

Der Begriff „Wolltaft“ ist irreführend. Weder verbirgt sich dahinter echte Wolle noch ein „wollener Taft“. Bezeichnet wurde damit umgangssprachlich noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Baumwoll- oder Wolltaffet, der ein besonders festes und dichtes Gewebe darstellte. Zur Erklärung dieser Wortbildung durch mehrere Jahrhunderte hindurch muss hier weniger auf die Gewebebeschaffenheit als auf sprachliche Entwicklungen im europäischen Raum geschaut werden. Schon im frühen 19. Jahrhundert befasste man sich mit dem Versuch einer Richtigstellung und geradezu Entmystifizierung des irreführenden Ausdrucks. Bereits in der Prechtl Enzyklopädie, einem polytechnischen Nachschlagewerk von 1830, findet sich folgende Definition zum Schlagwort „Wolltaft:“

„… ein leinwandartig gewebtes leichteres Zeug aus gekochter Seide, Kette Organsin, einfädig, Schuß Trama, 1–3 fädig, je nachdem das Gewebe leichter od. schwerer ausfallen soll. Frankreich, Italien u. Deutschland liefern diese Waaren in Menge; man hat davon sehr viele Arten, als: einfarbige, changirende, gestreifte, gegitterte od. schottische, pickirte, gemuschelte od. Muschel-T. …“

Doch auch derartige Definitionen und Richtigstellungen änderten nichts daran, dass noch im 20. Jahrhundert das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe in seinen illustrierten Werbeprospekten von „Wolltaffet“ sprach.

Wie entstand der Begriff Wolltaft?

Ein Taft oder Taffetta sowie eine Menge ähnlicher Bezeichnungen in abgewandelter Form je nach Sprache bedeutet ganz einfach „Gewebe“ und stammt aus dem persischen Sprachraum. Ein derartiger Taft kann aus reiner Seide oder moderner Chemiefasern bestehen und wird in verschiedenen Webmustern angeboten.

Das Wort Kammertuch kannte man seit dem Mittelalter. Hierunter verstand man ein leinwandartiges Baumwollgewebe, das zur Anfertigung von Herrenhemden benutzt wurde. Der Ausdruck „Kammertuch“ ging wiederum aus dem Begriff „Tuch aus Cambray“ hervor, wo dieser Stoff ursprünglich hergestellt, sozusagen erfunden wurde. Hiermit ist die niederländische Stadt Cambrai gemeint, die für ihre Stoffproduktion seit dem Mittelalter berühmt war.

Zusammenfassend steht also die Silbe „Woll“ für die aus dem Kammertuch bekannte Baumwolle und die Silbe „taft“ für ein textiles Gewebe.

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