Samt ist wieder da – aber längst nicht mehr nur für den Adel. Heute verleiht er Kleidern, Kissen und Sofas diesen besonderen Touch zwischen Eleganz und Lässigkeit. Ein glänzender Hingucker zuhause oder als Statement auf der Haut – Samt bleibt ein Stoff mit Geschichte, der jetzt ganz modern wirkt.
Samtstoffe – Edle Stoffe für Heimdeko und Abendkleider
Häufig gestellte Fragen
Cordsamt ist ein festes, strapazierfähiges und verschleißfestes Gewebe. Es wird wegen seiner Weichheit und dem hochstehenden Flor den Samtstoffen zugeordnet. Typisch für seine Optik sind die herstellungsbedingten feinen bis ausgeprägten Rippen auf dem Gewebeuntergrund.
Verschiedene Arten von Cordsamt
Den feineren Cord mit mehr als 40 Cordrippen auf zehn Stoffzentimeter bezeichnet man auch als Feincord oder Babycord, den Cordsamt mit breiteren Rippen hingegen als Breitcord. Zehn Rippen pro 10 Stoffzentimeter definieren den sogenannten Kabelcord, der als Breitcord allerdings viel bekannter ist. Bei Stretchcord werden unterschiedlich hohe Elasthan-Anteile verarbeitet. Üblich sind 5 Prozent Elasthan auf 95 Prozent Baumwollanteil. Es können auch höhere Elasthan-Anteile verarbeitet werden. Die Anzahl und der Abstand der Cordrippen zueinander unterscheiden weitere Cordarten voneinander. Bergsteiger Luis Trenker stand Pate für den robusten Trenkercord, aus dem heute die meisten Zunfthosen geschneidert werden. Sie bieten durch ihren dichten Flor und eine besonders feste Gewebequalität guten Schutz vor Verletzungen. Genuacord hat hingegen bis zu 40 Cordrippen auf zehn Stoffzentimeter. Bei Antikcord soll die Optik des Gewebes gealtert wirken. Der englische Begriff für dieses robuste Gewebe ist Corduroy. Typisch ist ein weicher Griff des Gewebes von außen bei gleichzeitiger Festigkeit des Gewebes nach innen hin.
Gewebequalitäten für Cordsamt
Die besten Cordsamt-Qualitäten kamen einst aus Manchester. Daher bezeichnete man Hosen aus diesem Gewebe lange Zeit auch als Manchester-Hosen. Die typischen Streifen des Cordsamtes entstehen durch die Art, wie die Schussfäden verarbeitet werden. Je nachdem, wie der Faserflor des Cordsamts ausfallen soll, kann man die Cordrippen mit oder gegen den Strich anlegen. Die robusteste Gewebequalität bei Cordsamt findet sich bei Arbeitsbekleidung. Traditionell wird beispielsweise Zunftbekleidung aus strapazierfähigem Cordsamt oder Trenkercord hoher Dichte gefertigt. Auffallend sind die 23 Cord-Rippen bei besonders breitrippigen Cordhosen. Schwarze Cord-Zunftbekleidung unterscheidet Dachdecker und Zimmerleute von anderen Berufsfeldern, die Zunftbekleidung in anderen Farben tragen. Aus etwas dünneren Cordsamt-Qualitäten fertigt man Cordjacken für den Alltagsgebrauch. Auch Herrenjacketts aus Cordsamt, qualitativ hochwertige Jagdwesten oder Cordhosen können aus den verschiedenen Cordqualitäten hergestellt werden. Edle Cordsamt-Qualitäten bestanden früher aus reiner Baumwolle. Zunehmend setzen sich aber Cordsamt-Gewebe aus 80 bis 90 % Baumwollanteil durch, dem 10 bis max. 20 % Polyester beigemischt wird.
Ein sogenannter unechter Samt, der jedoch mit den Eigenschaften des Samtes ausgestattet ist. Typischerweise ist Samtimitat ein Polyesterstoff und findet beispielsweise als Kissenbezug für das Sofa Anwendung.
Spiegelsamt bezeichnet eine edle, historisch von Adligen präferierte Samtart zu Repräsentationszwecken – auch bekannt als Pannesamt. Pannesamt-Stoffe bzw. Spigelsamt-Stoffe findest du hier unter Pannesamt.
Auch heute ist der weiche, elastisch-glänzende Stoff beliebt in der Kinder- und Damenmode.
Velours und Samt sind sich sehr ähnlich. Das französische velours wird sogar mit Samt übersetzt. Optisch und in der Herstellung gleichen sich die Stoffe, wobei es Velours und Samt natürlich in verschiedenen Varianten gibt. Und dennoch gibt es im Deutschen einen kleinen Unterschied.
Im Detail geht es um die Florlänge. Echter Samt besitzt nämlich nur 1-3 mm Flor. Velours hingegen ist flauschiger / weicher als der echte Samt, da der Flor etwas länger ist. Vielleicht kann es es so zusammenfassen: Velours ist ein Samtstoff mit längerem Flor, weshalb er schön, warm und flauschig ist, weich und leicht schimmernd. Der lange Flor hat aber auch Nachteile. Velours ist zum Beispiel anfällig für Pilling, kann einlaufen oder der Flor kann sogar ausfallen.