Acetat ist ein chemisch hergestellter Stoff, der ähnliche Eigenschaften wie Seide aufweist. Er gehört zu den Cellulosefasern und ist eine beliebte Kunstfaser für leichte Stoffe.
Eigenschaften von Acetat
Acetat trägt sich gut und ähnelt von der Optik her Naturseide. Stoffe aus Acetat sind dünn, luftig und leicht zu verarbeiten. Sie schimmern matt und glänzen, sind formbeständig und fallen locker, was sie als Kleiderstoffe prädestiniert. Die geringe Knitterneigung macht die Faser oft beliebter als Seide. Weil sie sich synthetisch herstellen lässt, ist Acetat auch weitaus preiswerter als Seide.
Verwendung von Acetat
Acetatstoffe werden gerne als Futterstoffe für Röcke und Kleider, für Blusen und leichte Oberbekleidung verwendet. Da Celluloseacetat sehr wenig Feuchtigkeit aufnimmt, ist der Stoff knitterarm. Acetat besitzt so gut wie keine Quellstoffe und eignet sich als Basismaterial für Regenkleidung und Schirme.
- Röcke
- Kleider
- Blusen
- Regenschirme
- Schirme
PFLEGEHINWEIS
Acetat ist hitzeempfindlich. Daher sollten Acetattextilien bei höchstens 30° und idealerweise von Hand gewaschen werden. Sie sind nicht für den Trockner geeignet und dürfen nur bei niedrigster Temperatur gebügelt werden. Eine Bluse sollte noch feucht auf dem Bügel an der Luft trocknen. Acetatstoffe sind gegenüber scharfen Reinigungsmitteln sehr empfindlich. Zum Waschen empfehlen sich milde Seifen.
Charmeuse ist ein industriell hergestellter Grundstoff, der sehr leicht, hitze- und formbeständig ist. Außerdem hat sie einen leichten Glanz. Der angenehme auf der Haut liegende Stoff wird gerne als Nachtwäschestoff verwendet. Auf ihrer glänzenden Oberfläche kommen Musterungen ideal zur Geltung.
Charmeuse wird gewirkt, d.h. sie ist eine Maschenware und somit ein industriell hergestellter Trikotstoff. Grundstoff ist synthetisches Polyamid, manchmal auch Viskosestoff. Einige Hersteller nutzen Charmeuse als Ausgangsstoff, um es mit natürlichen Stoffen zu kombinieren und so zu einem Luxusstoff zu veredeln. Deswegen hat weiterverarbeitete Charmeuse durchaus andere Eigenschaften als im Industriestandard. Mal ist er robust, mal besonders weich, mal fließend.
Cupro ist eine synthetisch gewonnene Kupferseide (auch bekannt als Cupresa), die in den ersten Nachkriegsjahrzehnten in Deutschland für Blusen, Röcke und Kleider verwendet wurde. Der Stoff ist sehr pflegeleicht und wirkt sehr elegant.
Mit der Umweltbewegung Ende der 60’er Jahre verschand Cupro aber vollends vom Markt. Zwar erlebte er in den 90’ern ein kurzes Revival, ist aber heute wie damals aufgrund von Umweltbedenken vom Markt verschwunden.
Cupro besteht aus Kupferammoniak. Beim Waschvorgang gelangt Kupfer ins Grundwasser und dies führt dazu, dass einfache Pflanzen (z.B. Pilze und Algen) vergiftet werden bzw. absterben. So erinnert die Diskussion um Cupro sehr an die heutige Diskussion um Nitrate als Düngemittel in der Landwirtschaft.
INLETTSTOFFE SCHÜTZEN VOR VERLUST DER FÜLLMATERIALIEN
Als Inlett wird die in einem zusätzlichen, innenliegenden Extrafutterstoff eingenähte Füllung eines – im weitesten Sinne – aus Stoff gefertigten Produktes bezeichnet. Füllmaterialien, mit denen Bekleidungs- und Bettwaren, aber auch Camping- und Dekorationsutensilien versehen werden, können z. B. traditionell Daunen, Wolle, und anderweitige Produkte aus Natur- oder Kunststoff sein. Der Stoff, aus dem dieses Innenfutter für die Füllung gefertigt wird, heißt Inlettstoff.
WOFÜR WERDEN INLETTS BENÖTIGT?
Hauptsächlich findet der Begriff im Kontext wärmender Gebrauchsartikel, bei Bekleidungsstücken und der Bettwarenherstellung Anwendung. Wer kennt nicht Omas dicke, aufgebauschte Federbetten von früher? Heute werden stattdessen Steppdecken angeboten, die aber natürlich auch eines wärmenden Innenmaterials bedürfen, das in einem Futterstoff eingenäht und gesichert sein muss. Diese, aber auch Rheuma- und Dekokissen für das heimische Sofa müssen aufgefüllt und gegen Verlust der Fülle gesichert werden, um eine gute Funktion über eine lange Gebrauchszeit hinweg zu garantieren. Im Bekleidungsbereich fallen darunter Daunenjacken, Steppjacken und Anoraks und wattierte Mäntel, im Campingbereich werden weich gepolsterte (Schlafen auf dem Boden) wie wärmende Schlafsäcke durch ein Inlett erst funktional.
Aus modernen Aspekten des Tierschutzes lehnen Verbraucher heute zunehmend echte Daunen und zuweilen auch echte Wollfüllungen ab, da diese nur unter Schmerzen und Leid für das spendende Tier gewonnen werden können. Die modernen Kunststoff-Füllstoffe sind jedoch mittlerweile von hoher Qualität und schaffen als wärmende Wattierprodukte Abhilfe.
WELCHE ANFORDERUNGEN MUSS EIN INLETTSTOFF ERFÜLLEN?
Der Stoff, aus dem ein Inlett genäht wird, muss in jedem Fall „daunendicht“ sein. Darunter versteht man, dass das Inlett im weiteren, bestimmungsgemäßen Gebrauch keine Federn, Daunen oder sonstige kleinste Teile der Einfüllmasse durchlassen darf. Aus diesem Grund sollte nur Stoffe aus bester Qualität für Inletts verwendet werden – insbesondere, wenn diese selbst hergestellt werden!
Sollten Steppjacken, Kissen- oder Decken- sowie Schlafsackinletts u.v.m. selbstgefertigt werden, gibt es ein weitgefächertes Angebot: Inlettstoffe aus reiner Baumwolle, aus Seide, aus modernen Mischgeweben, daunendicht, in verschiedenen Breiten, Stärken und Gewichten je nach Verwendungszweck — diese Vielfalt gibt es im Angebot! Die sehr dichten und qualitativ hochwertigen Stoffe werden oftmals alternativ auch für besonders blickdichte Gardinen oder für edle Tischwäsche und ähnliche Zwecke verwendet.
Rosshaare sind die Haare des Hengstes, die in der Textilbranche auch heute noch z.B. zur Fixierung in der Oberbekleidung verwendet werden.
Die Geschichte des Rosshaares ist bemerkenswert: Der historische Adel stellte aus ihnen Perücken her. Es wurde als Polstermaterial und als Füllung für Matratzen und Kissen verwendet. Auch stellte man Decken her. In Bürsten, Angelschnüren und sogar bei er Bespannung von Streichbögen werden oder wurden Rosshaare genutzt.
Warum Rosshaar?
Rosshaare sind kräuselig. Das macht sie besonders effektiv bei hoher Feuchtigkeit, weshalb beispielsweise als Füllmaterial in Kissen und Decken hervorragend für das Feuchtigkeitsmanagement geeignet sind. Feuchtigkeit in Form von Schweiß kann sehr gut abtransprotiert werden und gleichzeitiig speichern Rosshaare die Körperwärme, wodurch die Decke bei weitem nichts so dick wie eine Daunendecke ausfällt.
Rosshaare sind sehr stabil und gleichzeitig elastisch. Diese Eigenschaft ist von Vorteil bei bettwäsche aber auch bei Verwendung in Streichbögen.
Unter Spannung entwickeln die Haare außerdem eine gute Sprungkraft. So kombiniert man Rosshaare gerne mit Baumwollstoffen und mit Schurwolle, um das Durchstechen der Rosshaare durch den Bezug zu verhindern.
Du nähst gerne Hosen, Kleider und Röcke? Dann hast du bestimmt auch schon einmal eine Tasche genäht. Damit der Stoff den funktionalen Anforderungen, wie Langlebigkeit und Strapazierfähigkeit, standhält, kommt es eben auf den richtigen Futterstoff an:
Hosentaschen: in Herrenanzügen hat sich leinwandbindiges Gewebe aus Baumwolle, Leinen oder Mischgeweben bewährt. Für eine Jeanshosen-Innentasche sollte dieses Gewebe noch stärker und weniger flexibel sein. Achte beim Kauf auf die Stoffstärke!
Kleider- und Rocktaschen: Weichere Polyesterstoffe eignen sich ebenfalls sehr gut als Taschenfutter. Sollte hier der Anspruch auf ausschließlich natürliche Gewebe ohne Kunststoffanteil bestehen, kann eine Tasche auch mit reinem Seidenstoff gefüttert werden.
Klassischer Futterstoff: Weichem und dennoch haltbares Taftfutter aus 100 % Acetat eignet sich als Allrounder für nahezu jede Taschenausfütterung. Knitterarm, formstabil (rutscht in seine Form zurück), fein und weich im Griff ist Taftfutter eine preiswerte und gleichzeitig doch komfortable Taschenfutterlösung.
Ein Zwischenfutter dient der Optimierung von Formbeständigkeit, Sitz und Halt verschiedener Bekleidungstücke und Dekoschnitte. Fehlt deinem Nähprojekt der entsprechende Sitz, dann benötigst ein Zwischenfutter, das du als Vlies-Einlage kaufen kannst oder dir selbst zusammenstellst. Dickeres Zischenfutter wird eher im Dekobereich verwendet, was du hier findest. In beiden Fällen musst du das Zwischenfutter zuschneiden, um es zwischen Oberstoff und Innenfutter vorsichtig einzuarbeiten.
Bei Kleidung: Bei eleganten bis etwas robusteren Mänteln, Kostümen und Anzügen sorgt das Zwischenfutter für perfekte Form und ebensolchen Sitz von Kragen, Revers, Taschenpatten und Knopfleiste. Knopflöcher lassen sich in derartigen Stofflagen besonders gut und sauber einarbeiten.
Kleidungsstücke aus feineren und empfindlicheren Materialien profitieren ebenfalls durch eine Verstärkung mit Zwischenfutter: bei zarten Damenblusen oder feinen Herren-Oberhemden, die unter Anzügen getragen werden, erhalten Kragen, Knopfleiste und Manschetten nicht nur eine Verstärkung, sondern auch einen eleganteren Sitz durch die Einarbeitung individuell in Stärke und Flexibilität angepassten Zwischenfutters. Auch Rockschlitze und Säume von Kleidern, Röcken und Hosenbeinen gewinnen durch die Unterlegung mit Zwischenfutter an Formbeständigkeit und Sitz.
Im Dekobereich: Beim Verarbeiten von Textilien für die Raumgestaltung schafft Zwischenfutter in vielen Fällen Qualität und feineres Ambiente. Bei Übergardinen dient Zwischenfutter beispielsweise, um die Lichtdurchlässigkeit zu reduzieren, das Aussehen und die Formbeständigkeit durch besseren Fall zu veredeln und zu verstärken sowie insgesamt besseren Halt zu geben.
Wohnkissen mit Zwischenfutter verstärkt, erfahren z. B. im Fall aufgesetzter Applikationen oder integrierter Quiltelemente durch ein Zwischenfutter den gleichen positiven Effekt.