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Stofflexikon

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Filz

Definition - Filz nach DIN 61 205
"Textiles Flächengebilde, dessen Struktur durch die naturgegebenen Eigenschaften der Verfilzung von Schafwolle und verschiedenen tierischen Haaren unter Einwirkung von Druck und feuchter Wärme entsteht."



Folgende Filzarten werden unterschieden:


1. Nadelfilz:

Entsteht durch wechselndes Einstechen und Ausziehen einer Vielzahl von Nadeln und Widerhaken in eine Fasermasse ( Faservlies), wodurch die Fasern miteinadner verfilzt ( verhakt ) werden.


2. Walkfilz:

Ensteht durch Walken und Pressen einer wirren Fasermasse (Filzpelz) aus Wolle (Wollfilz) oder anderen Tierhaaren (Haarfilz) oder Haar- Woll-Gemisch (Gemischfilz).


3. Webfilz:

Entsteht durch Auflegen oder Anblasen von Tierhaaren (ein- oder beidseitig) an ein Wollgewebe mit anschließendem Filzen und Walken.


4. Filztuch:

Entsteht aus Gewebe von filzfähigen Fasern, das einem Filzprozess unterworfen wird (---> Filztuch).

Filzeigenschaften:

Echter Filz aus 100% Schafwolle ist atmungsaktiv und klimaausgleichend. Filz kann große Mengen an Flüssigkeit aufnehmen und anschließend wieder verdunsten. Bei Filzpantoffeln können so die Füße atmen - im Sommer bleiben sie kühl und in der kalten Jahreszeit haben es die Füße immer angenehm warm.

Durch seine große Isolationsfähigkeit und auf Grund seiner Faserstruktur ist der Filz besonders geeignet zur Wärme- und Kältedämmung, zur Schall- und Schwingungsdämpfung und zur Polsterung, aber auch als Überwurf für Designertische. Er ist sehr elastisch und unempfindlich gegen Knitterfalten.

Filz besteht aus nachwachsenden natürlichen Rohstoffen, die sich biologisch abbauen lassen. Bei guter Pflege hält der Filz ein Leben lang. Filz aus Schafwolle ist schwer entflammbar. Das macht ihn beim ökologischen Innenausbau besonders beliebt.

Geschichte des Filz:

Das Filzen zählt zu den ältesten Techniken der Textilherstellung und hat seinen Ursprung vermutlich bei den Nomadenvölkern Zentralasiens.
Diese fertigten aus der Wolle ihrer Tiere neben Kleidung auch verschiedenste Gebrauchsgegenstände an, wie Teppiche, Zelte und sogar Schilde und Kampfpanzer. Jahrhunderte später fand das Handwerk auch in Europa Verbreitung, geriet dann lange Zeit in Vergessenheit, um erst in den vergangenen Jahrzehnten einen neuen Aufschwung zu erleben.
Filz läßt sich mit einfachen Mitteln ohne großen technischen Aufwand herstellen: Rohwolle wird in feinen Lagen geschichtet und anschliessend mit warmem Wasser und einer alkalischen oder sauren Flüssigkeit so lange gewalkt und geknetet, bis sich die Fasern zu einem geschlossenen Gewebe verbinden.




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